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Kulturprojekte

Kulturprojekt Tacheles in Mittelsachsen
Jüdische Kultur erleben – Veranstaltungen der Mittelsächsischen Kultur gGmbH


Die Mittelsächsische Kultur gGmbH beteiligt sich am Projekt „Tacheles – Jahr der Jüdischen Kultur in Sachsen“ und setzt damit ein Zeichen für kulturellen Austausch, Erinnerung und Begegnung.
Im Rahmen dieser Beteiligung wurden sechs Veranstaltungen organisiert, die unterschiedliche Facetten jüdischer Kultur und Geschichte beleuchten.
Begleitend dazu stellt die Kreisergänzungsbibliothek für den Veranstaltungszeitraum eine thematische Auswahl jüdischer Literatur zur Verfügung und lädt dazu ein, sich vertiefend mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Veranstaltungen
Tacheles in Mittelsachsen – Jüdische Kultur erleben
Ausstellung der Künstlerin Ivonne Dippmann
Textile Herkunft von Karl-Marx-Stadt nach Tel Aviv und zurück
Schloss Rochsburg
29.08. – 13.12.2026
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Eintritt: Museumspreise

Foto: Ivonne Dippmann
Die Ausstellung präsentiert Arbeiten der Künstlerin Ivonne Dippmann (*1981 Karl-Marx-Stadt, Berlin/Chemnitz/Tel Aviv) aus ihrer Schaffensperiode in Israel (2008–2015).
Gezeigt werden gewebte Textilobjekte, Kostüme aus geupcycelten Stoffen, Modefotografie und Texte, um die textile Praxis als künstlerisches Ausdrucksmedium erfahrbar zu machen und Geschichten darüber zu erzählen.
Alle textilen Arbeiten wurden aus Restbeständen lokaler Polstereien und Textillager im Stadtteil Florentin in Tel Aviv gefertigt – Israel blickt, ebenso wie Chemnitz und Mittelsachsen, auf eine bedeutende Textiltradition zurück, die durch die Verlagerung der Produktion ins Ausland und durch den damit einhergehenden Strukturwandel zunehmend aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwindet.
Für Ivonne Dippmann greift die Verwendung dieser recycelten Materialien Fragen von Erinnerung, Materialgeschichte und Transformation auf: Sie besitzen die Kraft, Wandlungsprozesse innerhalb traditioneller Handwerkstechniken sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln. Ein langjähriger Aufenthalt in Israel als Studentin und anschließend als junge Künstlerin hat Frau Dippmann wieder zurück zu den Wurzeln ihrer Heimat Chemnitz geführt und das Vertraute in der Fremde in künstlerische Arbeit transformiert.
Die Ausstellung kann während der regulären Öffnungszeiten besichtigt werden und ist im Museumsrundgang enthalten. Es gelten die Eintrittspreise des Museums.
Konzert mit Klezmart
Musik nach den alten amerikanischen Klezmercombos der 30er Jahre
Schloss Rochsburg
29.08.2026
20 Uhr
Einlass: 18:30 Uhr
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Tickets: 15 – 17 €
Ticket-Vorverkauf
Hainichen: MISKUS
Telefon: 037207 651270
Rochlitz: Tourist-Information
Telefon: 03737 7863620

Foto: Klezmart
KLEZMART – eine Band mit lang bewährter Besetzung aus Schlagzeug, Violine, Akkordeon, Kontrabass und Klarinette, klingt nach den alten amerikanischen Klezmercombos der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts als die Nadel sich noch in den Schellack kratzte. Zum Tanzen und Hören laden die kraftvollen Rhythmen aus dem alten Osteuropa ein. Mit Leidenschaft gespielt, erklingen die Horas, Freilachs, Walzer und Tangos auf Festivals, zu Hochzeiten und Festen, bei Konzerten und als Tanz- und Hintergrundmusik.
Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Mittelsächsischen Kultursommer e.V. und Schloss Rochsburg www.schloss-rochsburg.de.
Aus den Tagebüchern von Victor Klemperer
Lesung mit Dr. Renatus Deckert
Stadtbibliothek Mittweida
13.09.2026
17 Uhr

Foto: v. l. n. r.: Victor Klemperer, Dr. Renatus Deckert
Dr. Renatus Deckert liest aus Victor Klemperers Tagebüchern
Seit einigen Jahren liest Dr. Renatus Deckert an Schulen aus Victor Klemperers Tagebüchern 1933 bis 1945, die 1995 unter dem Titel »Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten« im Aufbau Verlag erschienen sind.
In Zeiten wie diesen, in denen sich antisemitische Stimmen immer lauter und unverschämter Gehör verschaffen, empfindet er das Thema als überaus aktuell. Wie erlebten die Zeitgenossen die Judenverfolgung? Was konnten sie wissen, sehen, hören? Klemperers Tagebuch beantwortet Fragen wie diese, die von jeder Generation neu gestellt werden.
Der von den Nationalsozialisten aus dem Amt geworfene Romanistik-Professor Victor Klemperer (1881-1960) löste mit seinen täglichen Notizen eine selbstgesetzte Chronistenpflicht ein: Er wollte der Geschichtsschreiber der Katastrophe sein und Zeugnis ablegen für die Zeit danach.
Tag für Tag hielt er im »Judenhaus« in Dresden fest, was er beobachtete und erlebte: den täglichen Terror mit Hausdurchsuchungen, Drohungen, ständig neuen Verboten und Schikanen, gelegentlich auch Gesten der Solidarität. Sein Tagebuch ist ein einzigartiges Dokument über den Alltag der Judenverfolgung mitten in einer deutschen Großstadt.
Renatus Deckert, geboren 1977 in Dresden, lebt als Schriftsteller und Herausgeber in der Nähe von Hamburg. Bei Suhrkamp, im Insel Verlag und bei Wallstein gab er fünf Bücher heraus. Seine Geschichten und Essays erschienen in der »Süddeutschen Zeitung«, in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«, in der »Neuen Zürcher Zeitung«, im »Standard« und in der »Berliner Zeitung« sowie in »Sinn und Form«, im »Merkur« und in »Akzente«.
Für seine literarische Arbeit wurde er mit dem Lessing-Förderpreis des Freistaates Sachsen und dem Hermann-Lenz-Stipendium ausgezeichnet.
Eine gemeinsame Veranstaltung mit der VHS Mittelsachsen und der Stadtbibliothek Mittweida. Stadtbibliothek Mittweida.
Jüdisches Konzert der Musikschule Mittelsachsen
mit Klezmer-Musik und Werken jüdischer Komponisten/innen
Kultmans e.V. Döbeln
02.10.2026
18 Uhr
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Eintritt: frei
Voranmeldung erwünscht unter:
Telefon: 03431 608608
Sekretariat Musikschule Döbeln, Str. des Friedens 19

Foto: Kultmans e.V.
Im Rahmen des Projekts „Tacheles – Jahr der Jüdischen Kultur in Sachsen“ beteiligt sich die Musikschule Mittelsachsen mit einem besonderen Konzert, als Dankeschön der Musikschule an die Region. Deshalb wird an diesem Abend auch kein Eintritt erhoben.
Lehrkräfte und Schüler der Musikschule gestalten ein vielfältiges Programm mit Klezmer-Musik und anderen Werken jüdischer Komponistinnen und Komponisten. Die Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf mitreißende Rhythmen, berührende Melodien und lebendige Klangfarben freuen, die die jüdische Musikkultur in ihrer ganzen Vielfalt erlebbar machen.
Das Konzert lädt dazu ein, Musik als verbindendes Element zwischen Tradition und Gegenwart zu entdecken – als Ausdruck von Lebensfreude, Erinnerung und kulturellem Austausch.
Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Musikschule Mittelsachsen und Kultmans e.V.. Kultmans e.V..
Workshop „Schwarzes Feuer auf weißem Feuer“
mit dem Künstler und Schreiber Tuviah Christ
Saal Musikschule Freiberg
13.10.2026
14 – 18 Uhr
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Eintritt: frei
Voranmeldung erwünscht unter:
Telefon: 03731 798110
Sekretariat Musikschule Freiberg, Brückenstr. 3

Foto: Tuviah Christ
Workshop – „Schwarzes Feuer auf weißem Feuer“
Einführung in das Geheimnis der Hebräischen Zeichen, mit dem Künstler und Schreiber Tuviah Christ.
Tusche Feder und Papier:
Eine Begegnung mit den Hebräischen Zeichen und eine Reise in die „Vorwelt“ der Torah.
Anschließend können erste Schreibversuche unternommen oder bereits vorhandene Kenntnisse erweitert werden.
Dazu werden Geschichten in Yiddisch vorgelesen und bisweilen frei erzählt: „Zwischen Rabbi Nachman und Kafka wächst ein wundersames Kraut.“ – Tuviah Christ
Konzert des Leipziger Synagogalchores
und Vortrag von Thomas Schinköth
Stadtkirche Hartha
08.11.2026
17 Uhr
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Ticket: 10 €
Ticket-Vorverkauf
Hainichen: MISKUS
Telefon: 037207 651270
Rochlitz: Tourist-Information
Telefon: 03737 7863620

Foto: Leipziger Synagogalchor
Konzert des Leipziger Synagogalchores & Vortrag von Thomas Schinköth zu Samuel Lampel
(Un)vergessen: Der Komponist, Lehrer und Kantor Samuel Lampel in Leipzig: Sein Leben und seine Musik im Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen
Der Leipziger Synagogalchor ist ein Unikat in der deutschen Musikgeschichte. 1962 wurde er von dem jüdischen Kantor Werner Sander (1902‒1972) gegründet, um die nach der Schoah nur noch in wenigen Quellen überlieferte Chormusik der liberalen Synagogentradition wieder aufführen zu können. Gleichzeitig begann Sander, jiddische und hebräische Lieder für gemischten Chor zu arrangieren. Der von Beginn an aus nichtjüdischen Sängerinnen und Sängern bestehende Laienchor, der bis zur Wende unter der Trägerschaft des Verbandes der jüdischen Gemeinden in der DDR stand, eroberte sich in den zwei deutschen politischen Systemen einen festen, doch mit seinem besonderen Repertoire und seiner Botschafterfunktion ganz und gar nicht alltäglichen Platz in der Chorlandschaft. Nach Sanders Tod entwickelte sich das Ensemble unter der Leitung von Kammersänger Helmut Klotz und ab 2012 unter der Leitung von Ludwig Böhme zu einem national und international angesehenen Konzertchor. Seit September 2022 hat Philipp Goldmann die Leitung inne.
Philipp Goldmann war Mitglied im Thomanerchor und studierte Gesang sowie Chorleitung in Leipzig und Oslo. Er war Träger des Deutschlandstipendiums und Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Als Bariton ist Philipp Goldmann vor allem im Bereich der oratorischen Werke gefragt. Im September 2022 übernahm Philipp Goldmann die künstlerische Leitung des Leipziger Synagogalchores.
Thomas Schinköth hat viel u. a. zu Lampel geforscht und beim Hentrich & Hentrich-Verlag in Form einer „Jüdischen Miniatur“ eine Lampel-Biografie herausgegeben. Geboren 1963, Studium der Musikwissenschaft, Promotion, Habilitation und Lehrtätigkeit in Leipzig, freier Autor, Schulprojekte, heute Mitarbeiter im Seniorenbüro Ost Leipzig. Zahlreiche seiner Veröffentlichungen und Vorträge widmen sich der Kunst unter Diktaturen und jüdischen Musikern in Leipzig.
Samuel Lampel (1884–1942) – ein großes Anliegen war es ihm, durch Konzerte und Rundfunksendungen Nichtjuden für jüdische Kultur zu interessieren. Vielen ehemaligen Leipzigern blieb Lampel, der mit seiner Frau Rosa im Juli 1942 „gen Osten“ deportiert wurde, als leidenschaftlicher Lehrer der Ephraim-Carlebach-Schule in Erinnerung.
Kontakt zum Kulturprojekt Tacheles in Mittelsachsen
Mittelsächsische Kultur gGmbH
Brückenstraße 3
09599 Freiberg
Telefon: 03731 798110
E-Mail: mail@kultur-mittelsachsen.de


